Arequipa, Peru. Tag sieben. Drei mächtige Berge lagen uns bereits in den Knochen. Die Füße brannten, die Lungen waren staubtrocken und die Erschöpfung saß tief. Eigentlich war der Trip längst ein voller Erfolg. Doch wer glaubte, wir gäben uns damit zufrieden, hatte die Rechnung ohne unseren Ehrgeiz gemacht. Ein allerletzter Riese fehlte noch auf der Liste: der Chachani. Mit seinen gewaltigen 6.075 Metern gilt er in Bergsteigerkreisen als einer der „einfacheren“ 6.000er der Welt. Ein fataler Begriff für eine Höhe, in der jeder Atemzug ein Kampf ist. Doch mein Ziel war klar: Ich wollte 4 Vulkane in 7 Tagen bezwingen.

Du hast die ersten Teile unserer Peru-Trilogie verpasst? Lies hier nach:

Mitten in der Nacht setzten wir uns ein letztes Mal in unseren Allrad-Mietwagen. Über holprige, dunkle Offroad-Pisten quälten wir das Fahrzeug nach oben, bis die Straße endete. Auf über 4.000 Metern Höhe stiegen wir aus. Das Thermometer zeigte eisige -3 °C, und ein schneidender, kalter Wind pfiff uns um die Ohren.

Stirnlampen an. Auf geht’s im Zickzack über endlose, dunkle Steinfelder.

Die Stille am Giganten

Gegen 5:30 Uhr geschah das kleine Wunder, auf das wir so sehnlichst gewartet hatten: Die Sonne ging auf. Nicht nur, dass es schlagartig wärmer wurde – die aufgehende Sonne tauchte die gesamte Umgebung in ein spektakuläres Farbenspiel. Die steinfarbenprächtige Anden-Landschaft erstrahlte in all ihren Facetten, während wir uns Höhenmeter für Höhenmeter durch den losen Geröll Schutt arbeiteten.

Als wir das eigentliche Basislager erreichten, bot sich uns ein surreales Bild: Kein einziger Mensch war da. Es herrschte absolute Stille. Erst spät beim Abstieg sollten wir auf ein paar andere Bergsteiger und Sherpas treffen. Bei diesem Aufstieg gehörten die Anden ganz alleine uns.

Die dünne Luft und das steile Terrain verziehen keine Unachtsamkeit. Bei fast jedem Schritt gerieten die brüchigen Vulkansteine ins Rollen. Absolute Trittsicherheit war Pflicht. Kurz vor dem Gipfel verlangte uns der Berg noch einmal alles ab: Ein gefrorenes Eisfeld versperrte den Weg und brachte echten alpinen Nervenkitzel auf etwa 6.000 Metern.

Geschafft: 4 Vulkane in 7 Tagen und der Blick über alle Gipfel

Touranbieter teilen den Aufstieg normalerweise auf zwei volle Tage auf, doch wir standen nach 10 Stunden Dauereinsatz oben auf dem Gipfel des Chachani.

Der Wind da oben war brutal und blies uns fast um. Doch als ich mich umdrehte und den Blick über die Weite Perus schweifen ließ, überkam mich eine ergreifendes Gefühl: Von hier oben konnte man sie alle sehen. Alle drei Gipfel, die ich in den vergangenen sechs Tagen bezwungen hatte, lagen unter mir im Sonnenlicht.

Ein Moment für die Ewigkeit. Ich fühlte mich einfach nur überglücklich. Meine Bilanz dieser extremen Woche: 4 Vulkane in 7 Tagen – ich stand auf vier majestätischen Gipfeln in Peru.

Mit dem Allrad-Mietwagen ging es ein letztes Mal über die spektakuläre Offroad-Piste zurück in Richtung Zivilisation. Ich genoss jede Kurve des Weges. In Arequipa angekommen, fiel ich einfach nur noch völlig platt, aber unendlich stolz ins Bett.

Am nächsten Morgen packten wir unsere Taschen. Das Abenteuer Peru war vorbei – viermal Gipfelsieg, eine zerstörte Ausrüstung und Erinnerungen fürs Leben.

Mit diesem Abschlussbericht verabschiede ich mich von Peru,
Euer Frank

Der MDR begleitet mich auf meiner Everest & Lhotse Mission.
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